Brandschutzhelfer ausgebildet?

Die neue Technische Regel für Arbeitsstätten ASR a2.2 (Mai 2018) ivm. der DGUV 205-023 konkretisiert die Ausbildung der Brandschutzhelfer!



Ausbildung der Brandschutzhelfer DGUV 205-023

Zum betrieblichen Brandschutz gehören eine regelmäßige Unterweisung aller Beschäftigten und eine Ausbildung von Brandschutzhelfern.
Ausbildung im Sinne der DGUV 2015-023 ist die Verbindung einer fachkundigen Unterweisung mit einer praktischen Übung. Für diese Ausbildung sind Anforderungen an den Ausbilder definiert, um sicherherzustellen, dass das Erlernte in sicherer Art und Weise umgesetzt werden kann.

Regelmäßige Unterweisung

Alle Beschäftigten müssen regelmäßig (mindestens einmal jährlich) über die in ihrem Arbeitsbereich vorhandenen Brandgefahren und Brandschutzeinrichtungen (Feuerlöscheinrichtungen, Wandhydranten, Alarmierungseinrichtungen etc.) sowie das Verhalten im Gefahrenfall (Gebäuderäumung, Flucht- und Rettungswege, Sammelplatz) unterwiesen werden. Dazu bieten sich z. B. kontinuierliche Informationen und regelmäßige Informationsveranstaltungen im Rahmen der innerbetrieblichen Kommunikation an.
Neue Mitarbeiter sind im Rahmen der Erstunterweisung über die wichtigsten betrieblichen Brandschutzaspekte zu informieren.
Die Unterweisungen sind zu dokumentieren.

Brandschutzhelfer

Der Arbeitgeber hat eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten durch fachkundige Unterweisung und praktische Übungen im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen vertraut zu machen und als Brandschutzhelfer zu benennen. Für Baustellen gilt diese Notwendigkeit nur für stationäre Baustelleneinrichtungen wie Baubüros, Unterkünfte, Werkstätten (siehe ASR A2.2 Abschnitt 7(1)).
Ziel der Ausbildung sind der sichere Umgang mit und der Einsatz von Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden ohne Eigengefährdung und zur Sicherstellung des selbstständigen Verlassens (Flucht) der Beschäftigten.
Die notwendige Anzahl von Brandschutzhelfern ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten ist bei normaler Brandgefährdung nach ASR A2.2 (z. B. Büronutzung) in der Regel ausreichend. Je nach Art des Unternehmens, der Brandgefährdung, der Wertekonzentration und der Anzahl der während der Betriebszeit anwesenden Personen (z. B. Mitarbeiter, betriebsfremde Personen, Besucher und Personen mit eingeschränkter Mobilität) kann eine deutlich höhere Ausbildungsquote für die Entstehungsbrandbekämpfung sinnvoll sein. Bei der Anzahl der Brandschutzhelfer sind auch Schichtbetrieb und Abwesenheit einzelner Beschäftigter, z. B. durch Fortbildung, Ferien, Krankheit und Personalwechsel, zu berücksichtigen.
Besondere betriebliche Gegebenheiten, z.B.

  • Tätigkeiten mit feuergefährlichen und brennbaren Stoffen,
  • spezielle Produktionsabläufe,
  • betriebsspezifische Brandschutzeinrichtungen (z. B. Löschanlage, Wandhydrant) und
  • das Löschen von brennbaren Gasen, Stäuben, Metallen oder Fetten,

sind in den Ausbildungsinhalten zusätzlich zu berücksichtigen


Inhalte unserer Ausbildung gem. DGUV 205-023

Theorie

            1. Grundzüge des Brandschutzes

  •  Grundlagen der Verbrennung und der Vorgänge beim Löschen

  •  häufige Brandursachen/Brandbeispiele, wie z. B. Tätigkeiten mit feuer-

     gefährlichen und brennbaren Stoffen

  •  betriebsspezifische Brandgefahren/Zündquellen bezogen auch auf

    spezielle Produktionsabläufe

           2. Betriebliche Brandschutzorganisation

  •  Brandschutzordnung des Betriebes nach DIN 14096:2014-05 „Brandschutzordnung – Regeln für das Erstellen und das Aushängen“

  • Alarmierungswege und -mittel

  • betriebsspezifische Brandschutzeinrichtungen

  • Sicherstellung des eigenen Fluchtweges

  • Sicherheitskennzeichnung nach ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“

    3. Funktion und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen

  • Brandklassen A, B, C, D und F

  • Wirkungsweise und Eignung von Löschmitteln

  • geeignete Feuerlöscheinrichtungen

  • Aufbau und Funktion der im Betrieb vorhandenen

    Feuerlöscheinrichtungen

  • Einsatzbereiche und Einsatzregeln von Feuerlöscheinrichtungen und Wandhydranten

           4.Gefahren durch Brände

  • Gefährdungen durch Rauch und Atemgifte (z. B. durch Kohlenmonoxid)

  • thermische Gefährdungen (z. B. Wärmestrahlung)

  • mechanische Gefährdungen (z. B. durch herumfliegende Teile)

  • besondere betriebliche Risiken (z. B. Metallbrände, Fettbrände oder

    hohe Brandlasten)

           5. Verhalten im Brandfall

  • Alarmierung

  • Bedienung der Feuerlöscheinrichtungen ohne Eigengefährdung

  • Sicherstellung der selbstständigen Flucht der Beschäftigten

  • ggf. besondere Aufgaben nach Brandschutzordnung Teil C (z. B. An-

    sprechpersonen für die Feuerwehr)

  •  Löschen von brennenden Personen

      6.  Praxis

  • Handhabung und Funktion, Auslösemechanismen von Feuerlöscheinrichtungen

  • Löschtaktik und eigene Grenzen der Brandbekämpfung (z. B. Situations- einschätzung, Vorgehensweise)

  • realitätsnahe Übung mit Feuerlöscheinrichtungen, z. B. Simulationsgeräte und –anlagen mit entsprechenden Aufbausätzen

  • Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit der Feuerlöscheinrichtungen erfahren

  • betriebsspezifische Besonderheiten (z. B. elektrische Anlagen, Metall- brände, Fettbrände)

  • Einweisen (vertraut machen) in den betrieblichen Zuständigkeitsbereich

Teilnehmeranzahl

Max. 12 Personen

Dauer
Je nach Gruppengröße
2 - 3  Unterrichtseinheiten a 45 min. für die Theorie
2 – 3 Unterrichteinheiten a 45 min für die Praxis

Nachweis
Teilnahmebescheinigung